5. August 2019

KFT2019

Statement

Das KFT2019 war wieder ein Fußball-Feier-Festival der Extraklasse. Ein prall gefülltes Starterfeld, ein prall gefüllter Zeltplatz und eine erfolgreiche Premiere des Open-Air-Festivals. Grund genug, mit Begeisterung und Zufriedenheit auf die diesjährige Veranstaltung zu blicken. Und dennoch sind einige Dinge nicht so gelaufen, wie wir es uns erhofft hatten.

Angefangen beim Wetter. Darauf haben weder der Veranstalter noch die Besucher Einfluss. Ihr habt trotzdem das Beste aus den niedrigen Temperaturen und kurzen Regenfällen gemacht.

Regelkatalog

Worauf allerdings Einfluss genommen werden kann, ist das grundsätzliche Verhalten einiger Mannschaften sowie einzelner Teilnehmer und Besucher. Ca. zwei Wochen vor der Veranstaltung ist ein kurzer, übersichtlicher Regelkatalog an alle Mannschaften verschickt worden. Als Print-Ausgabe lag dieser zur Sicherheit auch dem Begrüßungspaket nochmals bei.

Dabei wurde neben verschiedenen organisatorischen Dingen vor allem darum gebeten, ein angemessenes Verhältnis zwischen dem Verzehr von selbst mitgebrachten Getränken und dem Umsatz an unseren Getränkeausgaben zu finden. Diese Bitte wurde von einer Vielzahl von Mannschaften schlicht mit Füßen getreten. Mitgebrachte Zapfanlagen und umfangreiche Vorräte von Hochprozentigem lassen ganz offensichtlich auf Vorsatz schließen.

Dieses Verhalten ist absolut respektlos den vielen freiwilligen Helfern gegenüber, die zum Teil ein ganzes Jahr auf diese Veranstaltung hinarbeiten und sich für die Durchführung des KFT mehrere Tage Urlaub nehmen. All das, um den Besuchern ein tolles Erlebnis zu ermöglichen.

Der Dank für diese Arbeit ist es, dass auf unsere Bitten und die Interessen der Anwohner keinerlei Rücksicht genommen und stattdessen die Party und der Ausschank nahezu vollständig auf den Zeltplatz verlagert wird.

Nun kann man uns natürlich kapitalistischen Größenwahn vorwerfen. Wenn man allerdings die Fixkosten betrachtet, die wir für Infrastruktur, Personal (davon ausgenommen sind die vielen Stunden der ehrenamtlichen Helfer), Müllentsorgung, Energie und Ausrüstung jedes Jahr aufbringen müssen, kann sich jeder ausrechnen, dass wir für das gesamte Wochenende mit 84,99 EUR als Startgeld pro Mannschaft oder 29,99 EUR pro Person inkl. Zeltplatz und Frühstück nicht kostendeckend wirtschaften können.

Ohne die Unterstützung der vielen Sponsoren, bei denen wir uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlichen bedanken möchten, wäre unser finales Ergebnis in den roten Bereich gerutscht. Das darf nicht der Ertrag für die vielen Mühen, den dauerhaften Stress und das Herzblut sein, das in diese Veranstaltung fließt!

Individuelles Verhalten

Zusätzlich zu den finanziellen Einbußen gesellen sich weitere Erkenntnisse, die wir so noch nicht erlebt haben. Während der Begrüßungsrede hielten es einzelne Mannschaften nicht für notwendig, sich auf den Weg zur Turnierleitung zu machen. Vereinzelt konnten im Turnierverlauf sogar einige Spiele nicht ausgetragen werden, da Mannschaften es vorzogen, die Party auf dem Zeltplatz weiterzuführen statt zum Spiel anzutreten. Deutlicher kann man seine Geringschätzung für die Arbeit der Veranstalter nicht zum Ausdruck bringen!

Dieses völlig respektlose Verhalten zieht sich bis zur Abschlussfeier am Samstagabend durch. Wir gestehen uns ein, dass die Wahl des vermeintlichen Headliners des Festivals nicht optimal war. Dennoch ist es völlig inakzeptabel, dass fast ununterbrochen Becher auf die Bühne fliegen!

Nach dem enttäuschenden Auftritt folgten Handgreiflichkeiten untereinander, Übergriffe auf das Sicherheitspersonal und Aggressionen gegenüber dem Veranstalter, der lediglich die aufgehitzten Gemüter beruhigen wollte. Hier sehen wir einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem grenzenlosen Konsum auf dem Zeltplatz und dem Verlust aller Hemmungen und Umgangsformen am späten Abend.

Das Kleinfeldturnier Zernien war über Jahre ein Ort, an dem der Spaß am Fußball und der Spaß am Feiern ein einzigartiges Zusammenspiel erlebten. Mit Freude haben wir alljährlich beobachtet, wie neue Freundschaften entstanden und Gegner auf dem Platz zu Freunden am Tresen wurden. Die vielen negativen Eindrücke aus diesem Jahr überschatten dieses Bild nachhaltig.

Konsequenzen für die nächsten Jahre

Aufgrund der erschreckenden Erkenntnisse sehen wir uns zum Handeln gezwungen. Als erste Konsequenz, die auch dem wachsenden Andrang geschuldet ist, wird der Zeltplatz ausgelagert. Dieser wird zwar weiterhin in unmittelbarer Nähe zum Sportplatz erreichbar, allerdings nicht mehr direkt auf dem Gelände zu finden sein.

Darüber hinaus werden wir dem finanziell enttäuschenden Ergebnis Rechnung tragen. An dieser Stelle seien nochmals die vielen Sponsoren erwähnt, die eine rote Zahl in der Endabrechnung verhindert haben. Dabei wollen wir nicht die Preise pauschal für alle Teams anheben. Damit würden wir das Problem nicht lösen, gleichzeitig aber die Mannschaften bestrafen, die sich seit Jahren vorbildlich verhalten haben.

Stattdessen wird als Konsequenz eine Art Mindestverzehr von 30,- EUR pro Person erhoben, der bei der Anmeldung bereits eingezogen wird und am Veranstaltungswochenende verzehrt werden kann. Wem dieser Betrag als Verzehr für eine zweitägige Veranstaltung zu viel ist, sei ans Herz gelegt, im nächsten Jahr auf eine Teilnahme zu verzichten.

Stellungnahme zum Festival

Neben dem Feedback für die Mannschaften möchten wir noch kurz zum enttäuschenden Auftritt am Samstagabend Stellung beziehen. Sicherlich müssen wir als Veranstalter selbstkritisch eingestehen, dass wir mit einem Festival dieser Größenordnung Neuland betreten haben und die Abläufe dementsprechend noch nicht zu 100% saßen. Angesichts dieser Erkenntnis hätte man im Voraus wahrscheinlich davon absehen sollen, einen Künstlerin als Headliner zu engagieren, deren Ansprüche und Selbstwahrnehmung die Möglichkeiten des KFT deutlich übersteigen.

Dennoch können wir einige Unwahrheiten, wie sie über verschiedene Medien verbreitet wurden, nicht unkommentiert lassen. Bereits vor dem sehr kurzen Auftritt ist es hinter der Bühne zu einigen Unstimmigkeiten gekommen. Der „Dienstleister“ hat es in Zuge dessen vorgezogen, dem sehr gut zahlenden „Kunden“ Vorwürfe über einschlägige Social-Media-Kanäle zu machen und ihm u.a. laienhafte Organisation vorzuwerfen, statt die vermeintlichen Unzulänglichkeiten in einem persönlichen Gespräch zu adressieren.

Fakt ist, dass ein gut temperierter, mit sauberen sanitären Anlagen ausgestatteter Bereich zur Verfügung stand. Dieser befand sich allerdings nicht direkt hinter der Bühne, sondern wie vereinbart ca. 200m entfernt am Sportplatz. Ein beruhigtes Zuhören bzw. ein respektvoller Umgang mit dem KFT-Team oder ein einfacher Anruf des Veranstalters, der in ebendiesem Bereich auf die Ankunft gewartet hat, hätte völlig ausgereicht, um dieses Missverständnis aus der Welt zu räumen. Was die technische Ausstattung betrifft, verzichten wir an dieser Stelle auf weitere Kommentare. Jeder Besucher, der vor Ort war, konnte sich ein eigenes Bild von den Störungen und der Sound-Qualität über den Verlauf des Abends verschaffen.

Abschließend möchten wir uns bei jedem Besucher entschuldigen, der den Eintritt in Erwartung eines mitreißenden Auftritts der Künstlerin entrichtet hat und enttäuscht die Heimreise antreten musste. Wir haben uns diesen Part auch gänzlich anders vorgestellt.

Gleichzeitig geht ein großer Dank an alle friedlich feiernden Mannschaften und Besucher sowie an Killermichel, der mit seiner unvergleichlichen Art und seinem tollen Wesen für den Partymoment des Abends gesorgt hat.

Wir hoffen, dass diese Zeilen von den richtigen Adressaten gelesen werden und wir uns im nächsten Jahr auf ein Verhalten zurückbesinnen können, das das KFT so einzigartig und allen Beteiligten Spaß macht.

Wir sehen uns am 3. und 4. Juli 2020!
Euer KFT-Team